Die Geschichte vom Profitis Ilias

 18. Juli 2014

 Es ist eine lange Geschichte, doch sie beginnt (wie meistens) ganz simpel. Es ist der 18. Juli 2014 und Roswitha und ich sitzen im Panoramarestaurant „75 Steps“ in Kato Spileo, in der Nähe von Messonghi auf Corfu. Wir genießen das Abendessen mit der wunderbaren Aussicht auf die Bucht von Messonghi hin bis nach Kerkyra in die Stadt. Der Sonnenuntergang ist wie jeden Abend fast unbeschreiblich und wenn man ihn mit kitschig bezeichnen würde, wäre das ganz toll untertrieben. Als sich dann die Dunkelheit breit macht, schaut Roswitha auf eine nahe Bergspitze. Dort waren wir einige Tage vorher schon oben bei einem Ausflug mit unserem Bekannten Willi Krüger (ehem. Reiseleiter auf Corfu). Eine Straße führt dort hinauf und ich konnte von dort oben herrliche Bilder machen. 

  Roswitha sagt dann: „Was brennt denn dort oben für ein Licht?“ Tatsächlich ist die Bergspitze hell erleuchtet, und nach einer Anfrage beim Wirt Tassos erklärt uns dieser: „Da oben findet morgen, 19. Juli, ein Namenstagsfest des Patrons ebendieser Kirche statt, des Propheten Ilias. Da wird nach einer Messe dann ab Sonnenuntergang getanzt und gefeiert bis in die frühen Morgenstunden.“

  Das war natürlich für Roswitha ein Muß; da müssen wir hinauf und wenn möglich mittanzen und mitfeiern. Gesagt getan, nächsten Abend, schon um 18 Uhr sind wir unterwegs auf diesen Berg, vor 19 Uhr sind wir oben. Es ist fast noch nichts los, die Vorbereitungen sind noch am Laufen. Das letzte der insgesamt 11 Lämmer wird auf den Spieß gehoben und die Glut für die Souvlaki-Spieße ist auch schon am Glühen. Die Band auf der Bühne baut ihre Anlage auf, ein erster Musik-Check wird gemacht. Und schön langsam kommen die ersten Gäste mit Autos, es ist nämlich ein weiter Weg vom unterhalb liegenden Dorf Ano Pavliana bis zur Bergspitze, die eigentlich keine richtige Spitze ist. Zwischen zwei Erhebungen, in einer kleinen Senke, liegt die Kirche sowie der kreisrunde, ganz frisch in Blau gestrichene Platz, auf dem die Feier stattfinden soll. Jede Menge Tische und Stühle sind schon aufgestellt. Wir nehmen am Rand, mit schönem Blick auf die Tanzfläche Platz. Dann hole ich gleich einmal Getränke, denn es weht ein sehr warmer Wind von der Paramonas-Bucht herauf. Eine kleine Flasche Retsina, zwei Mineralwasser und ein Bier sowie ein paar Plastikbecher; es ist anscheinend billiger den Plastikmüll zu entsorgen, als Gläser abzuwaschen.

  Es kommen immer mehr Leute, die Tische um die Tanzfläche füllen sich kontinuierlich mit Leuten. Sehr viele Familien mit Kindern und auch sehr viele ältere Paare sind dabei. Oberhalb der Tanzfläche, auf der „Bühne“, stimmen die Musiker ihre Instrumente und überprüfen die großen Lautsprecher. Am Rand der mit Tischen vollen Fläche stehen kleine Verkaufsstände, die buntes Spielzeug sowie Süßigkeiten anbieten. Und ein Schild weist darauf hin, was hier angeboten wird: „Loukomades“. Das sind kleine runde Teigbällchen, die in Öl herausgebacken werden. Vor dem Verzehr werden diese noch mit Honig oder Nougat überzogen. Hier stehen die meisten Kinder Schlange, aber auch Erwachsene lassen sich diese Köstlichkeit schmecken.

  Diesen Film von 2014 habe ich in zwei Sprachen gemacht. In Griechisch (Profits Ilias) und in Deutsch.

Und auch 2015 habe ich den Film in zwei Sprachen gemacht. In Griechisch (Profits Ilias) und in Deutsch.